sonnenschutz.jpg

Sonnenschutz für Bäume

Nicht nur wir Menschen sind besonders in der Sommerzeit grosser Sonneneinstrahlung ausgesetzt, sondern auch Bäume. Jungbäume mit einer sehr dünnen Rinde sind besonders gefährdet. Aber auch bei Altbäumen, welche durch Sturm oder Pflegemassnahmen plötzlich freigestellt werden, kann es zu Sonnenbrand an der Rinde kommen. An der betroffenen Stelle wird das Rindengewebe geschädigt und bietet so eine Eintrittspforte für Schaderreger wie Pilze, Insekten und andere Tiere.
Solche Schäden durch zu hohe Sonneneinstrahlung sind nicht nur in den Sommermonaten relevant, sondern treten auch im Winter durch die Sonneneinstrahlung am Tag und Frost in der Nacht auf Grund der Temperaturunterschiede auf.
Im Wald können sich die Bäume mit ihrem Schattenwurf gegenseitig schützen und es kommt nur selten zu Sonnenbränden. An Strassen, in den Gärten oder anderen Standorten, an denen sich die Bäume nicht gegenseitig beschatten können, ist es notwendig exponierte Stellen zu schützen. Meistens ist die südwestlichste Stammseite die exponierteste und am meisten betroffene Stelle.

Um die Rinde der Bäume zu schützen eignen sich folgende vorbeugende Massnahmen:

Kalk-Weissanstrich
Der Kalk-Weissanstrich reflektiert das Sonnenlicht und verhindert eine zu hohe Erwärmung der Rinde. Er eignet sich an den Standorten, an denen die Kontrolle der Bäume gering ist und an Stamm- oder Astparteien, wo es schwierig ist, sie mit einer Schilfrohrmatte oder Bambusmatte abzudecken. Die weisse Farbe wird an den exponierten Stellen aufgetragen und verschwindet langsam mit dem Dickenwachstum der Bäume. Der Kalk-Weissanstrich sollte erneut aufgetragen werden, wenn die Selbstbeschattung noch nicht stattfindet.

Schilfrohrmatten und Bambusmatten
Die Schilfrohrmatten und Bambusmatten/Tonkinmatten eigenen sich deshalb so gut als Sonnenschutz, weil sich unter diesen kein Hitzestau entwickeln kann. Die Matten imitieren sozusagen die noch nicht vorhandene Borke. Das Sonnenlicht scheint leicht durch und die Rinde kann sich langsam an das Sonnenlicht gewöhnen. Diese bleiben solange angebracht bis eine Selbstbeschattung stattfindet.

Bepflanzung der Baumscheibe

Durch eine Bepflanzung der Baumscheibe wird einerseits ein Teil des Stamms beschattet und andererseits kann so die Temperatur im Stammbereich deutlich gesenkt werden. Dies kommt durch die Verdunstung von Wasser aus den Blättern der Unterbepflanzung zustande. Bei der Bepflanzung sollten möglichst einheimische, insektenfreundliche Pflanzen verwendet werden. An trockenen, sonnigen Standorten können zum Beispiel Sträucher wie Sanddorn, Mönchspfeffer, Duft-Heckenkirsche oder Wildrosen gepflanzt werden. Wer eine Bepflanzung mit Stauden bevorzugt findet auch hier eine grosse Auswahl an trockenheitsresistenten Optionen wie zum Beispiel Natternkopf, Acker-Witwenblume, Echter Wermut, Frauenmantel, Elfenblume, Steppen-Salbei oder Hanfblättriger Eibisch.

Beim erstellen der Bepflanzung sollte darauf geachtet werden, dass die Wurzeln des Baumes keine Schäden nehmen. Zudem sollte eine Unterbepflanzung erst drei Jahre nach der Pflanzung des Baumes erfolgen, da in den ersten Jahren die Konkurrenz um das Wasser zwischen dem Baum und der Bepflanzung zu gross wäre.